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(Vro) 2. Juli 2009
Viel mehr als nur ein Lagerraum
Architektur-Studierende entwerfen Konzepte für die Darmstädter
Schlosskirche
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Nur wenigen Darmstädtern wird die Schlosskirche als Ort präsent sein, obwohl sie, am Kirchhof gegenüber
dem StudentInnen-Keller gelegen, den Hauptverbindungsweg zwischen
Karolinenplatz und Stadtmitte säumt. Jetzt ist sie im Rahmen der Ausstellung öffentlich zugänglich. Foto: Vro |
Bis 10. Juli findet in der
Schlosskirche des Darmstädter Schlosses die Ausstellung "Schloss
Kirche - Säkular Sakral" statt. Die Ausstellung zeigt Arbeiten von
Architekturstudentinnen und -studenten der TU Darmstadt, die im Zuge
eines durch die TU Darmstadt intern ausgelobten und durch den Verein
Ausstellungshaus für Christliche Kunst e.V. unterstützten Ideen-
Wettbewerbes Konzepte zur Schlosskirche Darmstadt entwickelten.
Die Schlosskirche ist Teil des Darmstädter Residenzschlosses - eines der bedeutendsten Bauwerke der Stadt und baulichen Zeichens einer
bewegten Geschichte. Die Altarweihe der ersten Kapelle am Ort des
heutigen Darmstädter Schlosses kann als Teil des Vorgängerbaus, der
Wasserburg der Grafen von Katzenelnbogen, bereits für das Jahr 1377
nachgewiesen werden, heißt es in einem Presseschreiben der TUD.
Mit dem Wachsen der Burg zum repräsentativen
Schloss entwickelte sich auch die Kapelle in mehreren
Entwicklungsphasen zum stattlichen Kirchenraum. Die Schlosskirche
fiel jedoch, wie große Teile des Schlosses und der gesamten Stadt,
den Flammen der Brandnacht 1944 zum Opfer. Erst 21 Jahre später
feierte die Technische Hochschule Darmstadt, die sich entschlossen
hatte, Hochschulinstitutionen im Schloss unterzubringen, das
Richtfest des wieder aufgebauten Altschlosses.
1969 wurde der neu
errichtete und gestaltete Schlosskirchenraum der Evangelischen
Hochschulgemeinde übergeben - und wenige Jahre später zum Bedauern
der Technischen Universität Darmstadt aufgrund von nutzungsbezogener
Schwierigkeiten in Folge der 68er-Bewegung wieder entzogen. Seitdem
blieb der Raum für die Öffentlichkeit verschlossen. Er wurde im Laufe
der Jahre aus Raumnot u.a. als Magazin der Landes- und
Hochschulbibliothek bzw. ULB genutzt.
Wie die TUD weiter mitteilt, finden aktuell im Schlossbereich Sanierungsarbeiten statt. Die TU
Darmstadt prüfe die Möglichkeit, die Schlosskirche als öffentlichen
Ort und Nukleus für die geplante zukünftige Entwicklung des Schlosses
langfristig wieder zu aktivieren. Die studentischen Entwürfe sollten
hierfür Denkanstöße liefern und werden zunächst als Ideenpool dienen.
Vor dem Hintergrund der geschichtlichen Entwicklung, im Diskurs mit
dem Denkmalschutz, den potentiellen Nutzern sowie der TU Darmstadt
haben Architekturstudentinnen und -studenten eigenständig Konzepte
und räumliche Ideen zur möglichen Nutzung des Kirchenraumes
erarbeitet. Ziel der Übungsaufgabe war es, sowohl einer sakralen
Nutzung, etwa durch die Evangelische Studierenden Gemeinde, aber auch
konfessionsübergreifend, zukünftig wieder Raum zu geben als auch die
universitäre Nutzung zu ermöglichen. Die Auseinandersetzung mit dem
Ineinander von sakralem und säkularem Raum war der entscheidende
Aspekt der Entwurfsaufgabe.
Die
Ausstellung ist bis zum 10. Juli montags bis freitags von 17 bis 20
Uhr und samstags von 11 bis 16 Uhr in der Schlosskirche des
Darmstädter Residenzschlosses zu sehen.
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