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Viel mehr als nur ein Lagerraum

Architektur-Studierende entwerfen Konzepte für die Darmstädter Schlosskirche


Schlosskirche

Nur wenigen Darmstädtern wird die Schlosskirche als Ort präsent sein, obwohl sie, am Kirchhof gegenüber dem StudentInnen-Keller gelegen, den Hauptverbindungsweg zwischen Karolinenplatz und Stadtmitte säumt. Jetzt ist sie im Rahmen der Ausstellung öffentlich zugänglich. Foto: Vro

Bis 10. Juli findet in der Schlosskirche des Darmstädter Schlosses die Ausstellung "Schloss Kirche - Säkular Sakral" statt. Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Architekturstudentinnen und -studenten der TU Darmstadt, die im Zuge eines durch die TU Darmstadt intern ausgelobten und durch den Verein Ausstellungshaus für Christliche Kunst e.V. unterstützten Ideen- Wettbewerbes Konzepte zur Schlosskirche Darmstadt entwickelten.


Die Schlosskirche ist Teil des Darmstädter Residenzschlosses - eines der bedeutendsten Bauwerke der Stadt und baulichen Zeichens einer bewegten Geschichte. Die Altarweihe der ersten Kapelle am Ort des heutigen Darmstädter Schlosses kann als Teil des Vorgängerbaus, der Wasserburg der Grafen von Katzenelnbogen, bereits für das Jahr 1377 nachgewiesen werden, heißt es in einem Presseschreiben der TUD.

Mit dem Wachsen der Burg zum repräsentativen Schloss entwickelte sich auch die Kapelle in mehreren Entwicklungsphasen zum stattlichen Kirchenraum. Die Schlosskirche fiel jedoch, wie große Teile des Schlosses und der gesamten Stadt, den Flammen der Brandnacht 1944 zum Opfer. Erst 21 Jahre später feierte die Technische Hochschule Darmstadt, die sich entschlossen hatte, Hochschulinstitutionen im Schloss unterzubringen, das Richtfest des wieder aufgebauten Altschlosses.

1969 wurde der neu errichtete und gestaltete Schlosskirchenraum der Evangelischen Hochschulgemeinde übergeben - und wenige Jahre später zum Bedauern der Technischen Universität Darmstadt aufgrund von nutzungsbezogener Schwierigkeiten in Folge der 68er-Bewegung wieder entzogen. Seitdem blieb der Raum für die Öffentlichkeit verschlossen. Er wurde im Laufe der Jahre aus Raumnot u.a. als Magazin der Landes- und Hochschulbibliothek bzw. ULB genutzt.

Wie die TUD weiter mitteilt, finden aktuell im Schlossbereich Sanierungsarbeiten statt. Die TU Darmstadt prüfe die Möglichkeit, die Schlosskirche als öffentlichen Ort und Nukleus für die geplante zukünftige Entwicklung des Schlosses langfristig wieder zu aktivieren. Die studentischen Entwürfe sollten hierfür Denkanstöße liefern und werden zunächst als Ideenpool dienen.

Vor dem Hintergrund der geschichtlichen Entwicklung, im Diskurs mit dem Denkmalschutz, den potentiellen Nutzern sowie der TU Darmstadt haben Architekturstudentinnen und -studenten eigenständig Konzepte und räumliche Ideen zur möglichen Nutzung des Kirchenraumes erarbeitet. Ziel der Übungsaufgabe war es, sowohl einer sakralen Nutzung, etwa durch die Evangelische Studierenden Gemeinde, aber auch konfessionsübergreifend, zukünftig wieder Raum zu geben als auch die universitäre Nutzung zu ermöglichen. Die Auseinandersetzung mit dem Ineinander von sakralem und säkularem Raum war der entscheidende Aspekt der Entwurfsaufgabe.

Die Ausstellung ist bis zum 10. Juli montags bis freitags von 17 bis 20 Uhr und samstags von 11 bis 16 Uhr in der Schlosskirche des Darmstädter Residenzschlosses zu sehen.

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Stadt Darmstadt